Baumpark

Die Asche unter charaktervollen BĂ€umen verstreuen

Im Baumgarten stehen einige BĂ€ume mit ihren besonderen Eigenschaften und Geschichten im Mittelpunkt. Die Verbindung zwischen Menschen und BĂ€umen besteht schon seit Urzeiten. Unsere Vorfahren suchten Schutz unter BĂ€umen, ernĂ€hrten sich von deren FrĂŒchten und NĂŒssen und nutzten das Holz, um GegenstĂ€nde und Bauwerke herzustellen.

Viele Völker und Kulturen haben einen heiligen Baum. Nach germanischer und keltischer Mythologie wurden die Menschen aus BÀumen erschaffen. Auch in vielen religiösen ErzÀhlungen und Volkssagen spielen BÀume eine wichtige Rolle.

BĂ€ume können Tausende von Jahren alt werden. Sie verbinden uns mit der Vergangenheit und der Zukunft – man denke nur an den Stammbaum. BĂ€ume sind fest in der Erde verwurzelt, strecken sich aber gleichzeitig mit ihren Ästen zum Himmel. Sie stehen oft als Symbol fĂŒr Wachstum, Kraft und StabilitĂ€t.

Jeder Baum hat zudem seine ganz eigenen Besonderheiten. Mehr dazu erfĂ€hrst du ĂŒber die untenstehenden SchaltflĂ€chen.

1. Waldkiefer (Pinus sylvestris)

Geduld – Kraft – Wohlstand

Die Waldkiefer wird auch als Kiefer bezeichnet. Der Nadelbaum ist eine Pionierart, die sich als erste in einem neuen Gebiet ansiedelt. Die Symbolik dieses Baumes hĂ€ngt mit seinen Eigenschaften zusammen: Er ist groß und immergrĂŒn und trĂ€gt Tannenzapfen, die Hunderte von Samen enthalten. Deshalb steht die Kiefer fĂŒr Kraft, ein langes Leben, Geduld und Disziplin. Der Tannenzapfen steht in vielen Kulturen fĂŒr Fruchtbarkeit und Wohlstand.

2. Espe (Populus tremula)

Beruhigend – schĂŒtzend – Redegewandtheit

Die Espe – ein großer Baum, der sich im Herbst wunderschön goldgelb fĂ€rbt – wird auch RĂŒttelpappel genannt. Der lateinische Name bedeutet „zitternde Pappel“. Durch die langen, flachen Blattstiele rascheln die BlĂ€tter dieses Baumes schon beim geringsten Windhauch. Dieses Rascheln der BlĂ€tter wirkt beruhigend. Das macht die Espe zu einem geeigneten Baum, unter dem man meditieren oder sich ausruhen kann.

Der Name „Espe“ ist auch mit dem griechischen Wort „aspis“ verwandt, das „rundes Schild“ bedeutet. Die alten Griechen und Kelten fertigten ihre Schilde aus Espenholz, da dieses leicht und dennoch stabil ist. Damit ist die Espe auch der Baum des Schutzes. In Volkssagen boten die Zweige der Espe Helden, die in die Unterwelt hinabstiegen, Schutz, damit sie sicher zurĂŒckkehren konnten.

Die Kelten schrieben der Espe eine magische Kraft zu: Ein Espenblatt unter der Zunge solle die Redegewandtheit fördern. 

3. Esche (Fraxinus Amer. Autumn Purple)

Lebenskraft – Transformation – Wachstum

Die Esche ist ein großer, majestĂ€tischer Baum mit tiefen Wurzeln und einer aschgrauen Rinde. In Twente wachsen viele Eschen. Der Name leitet sich von dem prĂ€historischen Wort fĂŒr „Asche“ ab, das als Symbol fĂŒr den Tod, aber auch fĂŒr Fruchtbarkeit und einen Neuanfang steht. Das lateinische Wort „excelsior“ bedeutet „höher“ oder „erhaben“. Deshalb ist die Esche der Baum der Lebenskraft, der Verwandlung, des Wachstums, der WiderstandsfĂ€higkeit, der Trauer und des Trostes.

4. Amerikanischer Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera)

Reinheit – Schönheit – Freiheit

Der Tulpenbaum ist einer der grĂ¶ĂŸten amerikanischen BĂ€ume und gehört zur Familie der MagnoliengewĂ€chse. Das lateinische Wort „lirio“ bedeutet Lilie; „dendron“ bedeutet Baum. Die orange-gelben BlĂŒten dieses Baumes Ă€hneln Tulpen oder Lilien. Lilien stehen seit Jahrhunderten als Symbol fĂŒr Reinheit und Anmut. 

Der Tulpenbaum wird vor allem wegen seiner Schönheit geschĂ€tzt. Im FrĂŒhsommer wegen seiner BlĂŒten und im Herbst, weil sich die BlĂ€tter dann in ein wunderschönes Goldgelb fĂ€rben. In den Vereinigten Staaten spielt der Tulpenbaum eine wichtige Rolle. George Washington, einer der GrĂŒndervĂ€ter des Landes, war ein großer Liebhaber dieses Baumes und pflanzte einen auf seinem Anwesen. Dort gilt der Tulpenbaum als Symbol der Freiheit.

5. Buche (Fagus sylvatica)

FĂŒrsorge – Weisheit

Die Buche ist der Baum des Teilens und der FĂŒrsorge. Das Wort „Buche“ leitet sich von „bhag“ ab, was in unserer Ursprache „verteilen“ oder „austeilen“ bedeutet. Dies ist möglicherweise auf die essbaren Bucheckern zurĂŒckzufĂŒhren, die geteilt wurden. DarĂŒber hinaus steht die Buche fĂŒr Weisheit. In alten europĂ€ischen Sprachen war die Buche die Quelle fĂŒr das Wort „Buch“, wahrscheinlich weil sich die silbergraue Rinde gut zum Einritzen von Runen eignete. In Deutschland, wo die Buche zu den hĂ€ufigsten Baumarten zĂ€hlt, findet sich dies noch heute in den Wörtern „Buch“ und „Buche“ wieder. Auch ein Ortsname wie Boekelo erinnert an die Buche.

Buchen lieben Schatten. Die Buche kommt in ganz Europa vor, von Großbritannien bis nach Russland und von Skandinavien bis nach SĂŒdeuropa. 

6. Birke (Betula pendula alba)

Vorreiter – helles Licht – Erneuerung

Die Birke ist ein Pionierbaum: Sie ist robust und kann sich leicht auf neuem Boden ansiedeln. Birken sind echte WinterbÀume. In Grönland und Island sind sie sogar die einzigen BÀume, die dort von Natur aus vorkommen. 

Wegen ihrer weißen Rinde werden Birken auch als „Frau des Waldes“ bezeichnet. In Skandinavien stehen Birken symbolisch fĂŒr das Licht und den FrĂŒhling. Das spiegelt sich auch in ihrem Namen wider, der vom Wort „bhereg“ abgeleitet ist, was in der Sprache unserer prĂ€historischen Vorfahren, der IndoeuropĂ€er, „leuchten“, „hell“ und „weiß“ bedeutet. Namen wie Albert, Bertha, Robert und andere Namen mit der Endung „bert“ sind davon abgeleitet.

Die Birke spielt in zahlreichen Sagen und VolksbrĂ€uchen eine wichtige Rolle. FĂŒr die Germanen war der Baum ein Symbol fĂŒr Reinigung und Erneuerung – er ist einer der ersten BĂ€ume, die nach dem Winter wieder BlĂ€tter bekommen.

7. Linde (Tilia tomentosa ‚Brabant‘)

Liebe – Sanftmut – Gerechtigkeit

Die Linde ist der Baum der Liebe und taucht seit jeher in Liebesliedern und -gedichten auf. Der Baum mit den herzförmigen BlĂ€ttern ist im FrĂŒhsommer an seinen gelben BlĂŒten zu erkennen, die einen sĂŒĂŸen Duft verströmen. 

Die Linde ist seit Jahrhunderten beliebt. Rund um Bauernhöfe, GasthĂ€user und WassermĂŒhlen wurden oft mehrere Linden gepflanzt. Die alleinstehende Linde auf dem Dorfplatz war der Ort, an dem Recht gesprochen wurde. 

Lindenholz ist weich und lĂ€sst sich leicht bearbeiten. Die biegsame Rinde eignet sich zum Flechten. Von dieser Eigenschaft hat die Linde auch ihren Namen abgeleitet. Das Wort „Linde“ stammt von „lento“ ab, was in unserer Ursprache (dem Proto-Indo-EuropĂ€ischen) „flexibel“ bedeutet. Die Verbindung zwischen diesen Wörtern lĂ€sst sich im Deutschen erkennen: Der Baum heißt dort „Linden“, und „lind“ bedeutet nachgiebig, sanftmĂŒtig und zart.

Die Ă€ltesten LindenwĂ€lder unseres Landes sind nach der Eiszeit in Limburg entstanden; Ortsnamen wie Linne und Limbricht, aber auch das Wort „Limburg“ selbst erinnern daran. 

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